„Woah, I’m an alien, I’m a legal alien“

In diesem Beitrag möchte ich auf einen Aspekt eingehen, der mich in letzter Zeit sehr häufig beschäftigt und dabei doch irgendwie schwer zu fassen ist. In meinem Alltag merke ich verstärkt wie mein Lebensstil mit allgemeingesellschaftlichen „Ansichten“ in Konflikt gerät. Das klingt jetzt zunächst vielleicht drastischer formuliert, als es zunächst wirkt, aber dennoch ist es im Kern genau das.

In Gesprächen im Bekanntenkreis, aber auch unter Arbeitskollegen fällt mir immer wieder verstärkt auf, wie sehr Konsum doch ein Thema ist, da werden Tipps zu den neuesten Rabattaktionen ausgetauscht, sale, sale, sale...gerne noch mit dem Zusatz „eigentlich brauche ich ja gar nichts, aber…“. Oder es wird die neue Handtasche bewundert, bei der ein Logo im Fokus steht und vielleicht noch der horrende Kaufpreis (der aber durch ein super Schnäppchen natürlich drastisch reduziert werden konnte, juhu). Material & Verarbeitung der Tasche? unwichtig. Auf meinem Weg zur Arbeit komme ich an unzählichen Werbeplakaten vorbei, auf denen Lösungen für Bedürfnisse beworben werden, bei denen mir noch nicht mal bewusst war, dass ich sie überhaupt habe und bei einem meiner inzwischen selten gewordnenen Drogeriebesuche frage ich mich, wann eigentlich der 1€ Schokoweihnachtskalender durch eine Auswahl gefült zwanzig verschiedener Haarpflege-, Kosmetik- oder sonstwas-Weihnachtskalender für 40€ und mehr ersetzt wurde? Braucht man das?

Irgendwie habe ich das Gefühl ich nehme zunehmend eine Art Beobachterrolle ein und gucke mir die bunte Konsumgesellschaft von außen an – nur macht von außen angucken irgendwie auch einsam. Klar, natürlich könnte ich einfach mitmachen, mich an neuen Schuhen, Handtaschen und der neuesten Make-Up Palette erfreuen, aber das alles macht mich leider (entegegen der Kaufversprechen) überhaupt nicht glücklich. Nur habe ich das Gefühl mit dieser Einstellung stehe ich relativ alleine da und in Gesprächen habe ich zunehmend weniger beizutragen, ich bin ja nicht informiert über die neuen Kopfhörer, die neue Kollektion von XY und an einem Austausch über Rezepte für selbstgemachte Reiniger ist irgendwie niemand interessiert.

Natürlich ist es ein leichtes mich auf Freunde & Kontakte zu fokussieren, die ähnliche Interessen haben und meine Ansichten teilen, aber die Gesellschaft besteht eben nicht nur aus meiner „Blase“ und das wird mir zunehmend ganz deutlich bewusst, ich möchte ja auch gerne andere Menschen mit meinem Lebensstil vertraut machen und vielleicht kleine Denkanstöße geben. Eine Sache fällt mir nämlich ganz extrem auf, richtig glücklich oder zufrieden ist in dieser Konsumwelt irgendwie niemand. Es bleibt aber das Gefühl, dass ich ganz weit entfernt bin von vielen gängigen Vorstellungen von einem guten Leben und gefühlt vergrößert sich dieser Abstand auch zunehmend, ohne dass ich sinnvoll etwas dazu beitragen könnte, diesen zu verringern.

Es würde mich interessieren, habt ihr manchmal ähnliche Gedanken? Wie geht ihr damit um? Oder ist das eher kein Thema für euch?

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